Gedanken 1991
Weg

Was fange ich nur mit mir an?
Ich häng so schräg in diesem Raum.
Dass ich nur selbst mir helfen kann,
Das weiß ich zwar doch nützt es kaum.

Es gibt für mich hier keinen Halt,
Der mir noch eine Stütze wär.
Drum wär’s am Besten ich ging bald
Und käme niemals wieder her.

Heut wär ich froh, ich wär schon dort.
Ich müsst das alles nicht mehr sehn,
Denn lieber renn ich ganz schnell fort
Als hinter Träumen her zu gehn.

Dass sich hier noch was ändern wird,
Daran kann ich nicht glauben.
Drum schnell die Pferde angeschirrt,
Jetzt werd ich Euch um mich berauben!

Nun bin ich schon auf meinem Weg
Zu meinem neuen Leben,
In das ich alle Hoffnung leg,
Als hätt’s das alte nicht gegeben.

Nicht wenden will ich meinen Kopf
Und nicht mehr rückwärts fühlen.
Wenn ich an neue Türen klopf
Wird das mein Heimweh kühlen.

Schon neues Land mich fest umringt
Und die Gedanken an sich reißt
Und neue Menschen mit sich bringt
Und neue Träume mir verheißt.

Die alte Heimat ist vergessen,
Wie die alten Sorgen auch.
Ich zehre hier und bin besessen
Von neuem Tun und andrem Brauch.

Ich kann ein Leben neu erleben,
Im warmen Wind und sanftem Licht.
Das wird mir Mut und Stärke geben
Und Kraft zu neuer Zuversicht.

Doch darf man nicht zu viel erhoffen,
Denn nur der, der sich belehrt
Und klärt die Dinge, die noch offen,
Hat sich zu neuem Sein bewährt.

So nützt es niemals wegzurennen,
Wenn es daheim nicht weiter geht.
Mensch muss sich erst zu sich bekennen,
Bevor der Wind ihn weiter weht.

Nur weil der Mensch sich nicht dran hält
Und seine Fehler mit sich nimmt,
Das Feld der Welt damit bestellt,
Ist ihm kein bessres Los bestimmt.