geschrieben in der Nacht,
als der erste Irakkrieg 1991 begann
Krieg

Zertreten liegt die Taube
Im blutverklebten Kleid.
Der Stiefel tritt zu Staube,
Was nicht zum Kampf gefeit.

Sie schimpfen sich Befreier
Und schreien laut: „Moral!“
Doch wirklich sind sie Geier
Und längst bereit zum fetten Mahl.

Es ging doch nie um Frieden,
Nie um der Völker Recht.
Die Kriege herzlos schmieden,
Verdienen beim Gefecht.

Die Schätze ruh’n im Boden,
Darüber lebt der Feind.
Dies Unkraut will man roden,
Damit sich Macht und Schatz vereint.

So endlos sind die Braven,
Die glauben, gern und viel.
Sie glauben sich zum Sklaven
Im bitterbösen Spiel.

Erwartet war der Schrecken,
Doch tief trifft mich der Schmerz.
Kann keine Hoffnung wecken,
Denn laute Trauer füllt mein Herz.

Doch ich bin auch nicht besser,
Ich schreib ja nur vor Wut.
Wir sind die Menschenfresser
Und leben gut – zu gut vom Blut.